Der Katastrophenfilm 2012
Es gibt da so einen Katastrophenfilm des auf Weltuntergang spezialisierten Regisseurs Roland Emmerich – 2012. Darin zeigt er auf die ihm eigene drastische Art und Weise ein Szenario, wie es wohl aussehen wird, wenn die Welt mal untergeht: Flutwellen, die den Himalaya überspülen, 50 Meter hohe Tsunamis, die locker mal so eben einen Flugzeugträger mit sich führen und ihn symbolträchtig ins Weiße Haus in Washington krachen lassen. Roland Emmerich mag es, dick aufzutragen.
Zuweilen trägt aber auch die Wirklichkeit recht dick auf, auch wenn sich das immer etwas unspektakulärer ausmacht, weil sich hier der Verstand dann noch mit einmischt. Es geht darum, dass die Menschheit bereits im Jahr 2012 alle Ressourcen verbraucht hat, die ihr zur Verfügung gestanden haben, wenn sie es in Zukunft hätte anders machen wollen. Anders im Sinne einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen. Der 2. August des Jahres 2012 war laut Berichterstattung der Tag, an dem diese Schwelle überschritten wurde.
Und dann kommen Fakten, die beeindrucken (und das vielleicht auch sollen): Haben Sie gewusst, dass bei der Produktion eines Paars Schuhe 16.000 Liter Wasser verbraucht werden? Oder dass die Kaffeebohnen, die Sie gerade in Form Ihres Kaffees genießen, mit 140 Litern Wasser zu Buche schlagen? Nicht verschlucken, das ist viel Wasser für so ein paar Bohnen. Circa 420 Tassen Kaffee. Und 40 Tonnen Materialien aller Art werden durchschnittlich pro Jahr in einem einzigen Ein-Personen-Haushalt verbraucht.
Wenn wir nicht wollen, dass Roland Emmerich nicht als der größte Science-Fiction-, sondern als der realistischste Regisseur aller Zeiten in die Nachwelt eingeht, dann sollte uns das zu denken geben. Bis 2012 hätten wir noch Zeit für Lösungen gehabt, von da an geht es aber jetzt erst mal nur noch um Schadensregulierung. Und die fängt an erstens an in Form von Transparenz.
Die Experten sagen dazu, dass, wenn die Menschen tatsächlich wüssten, was alles an wertvollen Ressourcen für die täglichen Dinge verbraucht würde, sie dann auch sorgsamer damit umgehen würden. Ein diesbezügliches Bewusstsein hat sich ja in den letzten Jahren schon durchaus erkennbar verbreitet. Der zweite Lösungsansatz liegt in Null-Energie-Lösungen, zum Beispiel für Häuser. Stichworte Solardächer und Energiedämmung. Hin und wieder sieht man ja schon das ein oder andere Solardach Energie von der nahezu unerschöpflichen Energiequelle Sonne anzapfen. Und Lösungen werden in so etwas liegen, wie es hier im letzten Newsticker behandelt wurde: Ganz neue Ideen, wie man Ressourcen und auch Abfall sparen kann.
Bis sich das allerdings in den komplexen und mittlerweile internationalen Wertschöpfungsketten auch durchsetzt – bis dahin wird man noch viel Zeit haben, sich die Perspektive, die ansonsten droht, ganz in Ruhe und ganz oft hintereinander im Film auf dem Computer anzusehen. Aber der Stromverbrauch …, sagen Sie jetzt. Man kann aber auch sagen: Wieso ist es immer noch kein Standard, dass Laptops ausgeliefert werden mit einem Deckel aus hoch effektiven Solarzellen, sodass man sie gar nicht mehr an den Strom anzuschließen braucht? Gibt es alles schon. Sollte mehr werden, sonst werden womöglich die Flutwellen auch immer größer.